Personalentwicklung – zwingend notwendig oder leere Hülle?
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Personalentwicklung – zwingend notwendig oder leere Hülle?

Leonie
Leonie

Trainerin, Coach & Beraterin

· April 2025

Stell dir vor, du stehst vor der Wahl zwischen zwei Unternehmen: Eines investiert regelmäßig in die Weiterbildung und Entwicklung der Mitarbeiter:innen, fördert Eigeninitiative und schafft eine Kultur des Wachstums. Die Personalentwicklung ist also essenzieller Bestandteil dieses Unternehmens. Das andere Unternehmen hält an alten Strukturen fest, spart an Entwicklungsmöglichkeiten und betrachtet Weiterbildung als einen Kostenfaktor. Wo würdest du lieber arbeiten? Und vor allem: Mit wem würdest du lieber zusammenarbeiten?

Egal, ob Freelancer:in oder Unternehmen – Personalentwicklung ist heute mehr als nur ein Buzzword. In einer Welt, in der Wissen schnell veraltet, entscheidet die Fähigkeit zu lernen über langfristigen Erfolg. Aber wie können Unternehmen Personalentwicklung gezielt gestalten? Und wie kannst du dieses Wissen für dich als Freelancer:in nutzen? Das erfährst du im folgenden Artikel. 🚀

In diesem Artikel

Was bedeutet Personalentwicklung?

Es gibt viele Definitionen für Personalentwicklung und deren Instrumente. Am Ende entscheidet jedes Unternehmen selbst, was es darunter versteht. Fakt ist: Personalentwicklung dreht sich um die Förderung, Unterstützung und das Wachstum von Mitarbeiter:innen. Es geht darum, Wissen, Qualifikationen und Fähigkeiten strategisch aufzubauen, zu erhalten und weiterzuentwickeln.

... alle Maßnahmen der Bildung, der Förderung und der Organisationsentwicklung, die von einer Person oder Organisation zur Erreichung spezieller Zwecke zielgerichtet, systematisch und methodisch geplant, realisiert und evaluiert werden. (Becker, 2013)

Ob Berufsausbildung, Weiterbildung, Führungskräftebefähigung oder Umschulung – all das zählt zur Personalentwicklung. Damit diese wirksam ist, braucht es eine entsprechende Lernkultur. Und diese wächst nicht über Nacht: Sie muss Teil der Unternehmenskultur sein, strategisch verankert und durch Handlungen und Werte gestützt sein. Sie braucht Zeit sich zu formen, zu entwickeln und vor allem, braucht es Zeit, dass sie gelebt wird. 

Hier sollten Unternehmen den Fokus setzen, denn wenn es heißt, dass ein Unternehmen Weiterentwicklung und Lernen als wichtig erachtet, muss es das durch Handlungen beweisen. Das fängt dabei an, dass Fehler gefördert werden, da daraus gelernt wird, dass es selbstverständlich ist, dass Mitarbeiter:innen während der Arbeitszeit lernen und dass Führungskräfte Multiplikatoren der Lernkultur sind. Das Fundament der Unternehmens- und Lernkultur muss bestehen, damit Personalentwicklung erfolgreich sein kann.

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Ziele und Nutzen der Personalentwicklung

Ziel der Personalentwicklung ist, dass Mitarbeiter:innen optimal auf ihre Aufgaben vorbereitet sind und motiviert arbeiten. Es geht also um „können“ und „wollen“ und den Aspekt der Mitarbeiter:innen-Zufriedenheit. So sollen die Unternehmensziele schlussendlich leichter erreicht werden

Zufriedene Mitarbeiter:innen sind produktiver, dadurch sind Investitionen in die Personalentwicklung – und damit in eine gezielte Mitarbeiter:innen-Entwicklung – ein Gewinn für einzelne Personen und gleichwohl für das Unternehmen. Und das wollen die Menschen heutzutage auch: persönliche Entfaltung, Selbstverwirklichung und einen Mehrwert bieten.

In diese Richtung hat auch Henry Ford schon gedacht: schlimmer als Mitarbeiter:innen zu schulen und sie verlassen das Unternehmen ist, wenn wir sie nicht schulen und sie bleiben. Dazu kommt, dass Entwicklungsmöglichkeiten nachweislich die Mitarbeiter:innenbindung steigert. Die Wirtschaft ist schnelllebig und Anpassungsfähigkeit, Flexibilität und Kreativität zählen zu den Future-Skills. Wenn Unternehmen sich daran nicht orientieren und ihre Mitarbeiter:innen entsprechend befähigen und unterstützen, wird der Erfolg schnell ausbleiben.

Personalentwicklung strategisch verankern

Personalentwicklung funktioniert nicht isoliert – sie sollte als Teil der Unternehmensstrategie verstanden werden. Das bedeutet:

  • Klare Ziele und Zielgruppen definieren
  • Entwicklungsmaßnahmen an Geschäftsziele koppeln
  • Führungskräfte aktiv einbinden
  • Regelmäßige Evaluation und Anpassung

Nur so wird aus Personalentwicklung ein echter Wettbewerbsvorteil.

Maßnahmen und Instrumente der Personalentwicklung

Was alles unter Personalentwicklung verstanden werden kann, wurde bereits beschrieben und kann variieren. Hier ein Auszug, was effektive Personalentwicklungsinstrumente bzw. Maßnahmen sein können:

✅ Interne Schulungen und Trainings: Wissensvermittlung durch kompetente externe oder interne Expert:innen.

✅ Projekte: Learning “near the job”, z. B. durch die Übernahme von Projekten, die nur indirekt oder halb mit dem eigentlichen Job zu tun haben.

✅ Lernbudgets: Mitarbeitende haben ein festes Jahresbudget für Weiterbildungen, das sie individuell und auch für externe Angebote nutzen können

✅ E-Learning: Digitale Lernangebote, ob Videokurse, Wissensdatenbanken oder Onlinedokumente, idealerweise in “Learning-Journeys” strukturiert.

✅ Blended Learning: Eine Mischung aus Online-Kursen, internen Workshops und Coaching-Programmen schafft nachhaltigen Wissenstransfer

✅ Coaching: Hier liegt der Fokus auf der persönlichen Entwicklung durch objektive Unterstützung.

✅ Gemeinsames Lernen: Plattformen für internen Wissenstransfer, z. B. “Lunch & Learn-Sessions” oder “Peer-Learning-Groups”.

✅ Lern-Buddy-Programme: Mitarbeiter:innen können mit Lern-Partner:innen aus dem Unternehmen lernen, ähnlich: (reverse) Mentoring Programme.

Bei allen Maßnahmen der Personalentwicklung sollte in der heutigen Zeit darauf geachtet werden, dass sie den Bedürfnissen der Mitarbeiter:innen entsprechen. Deshalb wird auch oft das Thema Mitarbeiter:innen-Befragung in der Personalentwicklung angesiedelt. Was brauchen die Menschen im Unternehmen, was soll beibehalten werden und was muss das Unternehmen gegebenenfalls anpassen oder ändern. Auf dieser Basis können zielgerichtete Personalentwicklungs-Instrumente definiert und implementiert werden, die einen echten und nachhaltigen Effekt haben.

💡 Info: Worauf du bei der Erstellung einer Umfrage für deine Mitarbeiter:innen achten musst, erklärt dir Anne in einem weiteren Beitrag.

Ein wichtiges Kriterium von erfolgreichen Personalentwicklungs-Maßnahmen ist dabei die Flexibilität. Mitarbeiter:innen wollen ihre Entwicklung dann angehen, wenn es ihnen passt und das sowohl zeitlich als auch ortsbezogen. Das bedeutet, dass ein guter Mix der Angebote von Vorteil ist. Digitale- vs. Präsenz-Formate, “on demand”- vs. live-Formate oder auch Einzel- und Gruppen-Formate; die Mischung macht es.

Zielgruppenorientierung nicht vergessen

Neben der Auswahl geeigneter Maßnahmen spielt auch die Ausrichtung auf spezifische Zielgruppen eine entscheidende Rolle. Personalentwicklung entfaltet ihre volle Wirkung nämlich erst, wenn sie auf verschiedene Zielgruppen im Unternehmen zugeschnitten ist. Auszubildende benötigen andere Impulse als erfahrene Fachkräfte oder Führungspersonen.

Deshalb lohnt es sich, Angebote passgenau zu gestalten – z. B. durch individuelle Lernpfade, karrierebezogene Entwicklungsschritte oder separate Formate für High Potentials. So wird Mitarbeiter:innen-Entwicklung nachhaltig wirksam.

Was kann jede:r einzelne tun?

Kümmere dich um deine Entwicklung. Nicht jedes Unternehmen übernimmt diese Verantwortung, d. h. du musst dich für deine Weiterentwicklung selbst einsetzen. Überlege dir, welche Kompetenzen du erlernen oder erweitern möchtest und was geeignete Maßnahmen dafür sein könnten und dann: Los geht’s – setz dich aktiv für deine Entwicklung ein. Überzeugende Argumente liefert dir dieser Artikel, die auch du bei deinen Führungskräften anbringen kannst.

Verantwortung & Rollen im Entwicklungsprozess

Wer ist eigentlich verantwortlich? Die Antwort: alle.

  • HR: gibt Struktur, Tools & Angebote
  • Führungskräfte: sind Vorbilder & Coaches
  • Mitarbeiter:innen: übernehmen Eigenverantwortung
  • Freelancer:innen: bringen Impulse & Praxis-Know-how

Wenn alle an einem Strang ziehen, wird Personalentwicklung erfolgreich.

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Erfolgskontrolle: Wie misst man gute Personalentwicklung?

Ergebnisse sichtbar machen – das ist entscheidend. Dafür eignen sich z. B.:

  • Zielvereinbarungen und Feedbackrunden
  • Kompetenzmatrizen und 360°-Feedback
  • Teilnehmenden-Befragungen nach Maßnahmen
  • Entwicklung von KPIs wie Fluktuation, interne Mobilität oder Engagement Scores

Personalentwicklung ist kein Selbstzweck – sie muss Wirkung zeigen.

Personalentwicklung bleibt nicht stehen – sie entwickelt sich stetig weiter. Moderne Konzepte setzen verstärkt auf Microlearning, also kurze, zielgerichtete Lerneinheiten, die flexibel im Alltag integriert werden können. Auch KI-gestützte Lernplattformen, individualisierte Lernpfade und reskilling/upskilling-Initiativen gewinnen an Bedeutung – gerade in Zeiten digitaler Transformation. 

Unternehmen setzen zunehmend auf hybride Lernmodelle und fördern eigenverantwortliches Lernen. Die Zukunft der Mitarbeiter:innen-Entwicklung ist adaptiv, technologiegestützt und orientiert sich konsequent an den Bedürfnissen der Mitarbeitenden.

Freelancer:innen als Personalentwicklungs-Maßnahme

Es klingt erst einmal abstrus, aber der Einsatz von Freelancer:innen im Unternehmen hat noch mehr Vorteile als geballte Expertise und schnelle Unterstützung: Wissen. Das bedeutet, dass der Einsatz von Freelance-Unterstützung auch eine Art Personalentwicklungs-Maßnahme sein kann, denn die bestehenden Mitarbeiter:innen lernen neue Perspektiven, andere Kompetenzen kommen ins Team und ein Wissensaustausch findet statt. Win-Win für alle. So wird externe Unterstützung zu einem echten Lern- und Entwicklungstreiber im Unternehmen.

Also was hält dich noch davon ab, in deine oder die Personalentwicklung in deinem Unternehmen zu investieren? Kompetente, fähige, motivierte Mitarbeiter:innen, die sich dem Unternehmen, das in sie investiert verbunden fühlen und ausgezeichnete Leistungen erbringen und das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft führen – wer will und braucht das nicht? 

Freelancer:innen, die du sonst nicht findest

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Personalentwicklung für Freelancer:innen

Als Freelancer:in bist du dein eigenes Unternehmen. Deine Fähigkeiten und dein Wissen sind deine wertvollsten Ressourcen. Ohne die richtigen Weiterbildungsstrategien kannst du schnell den Anschluss verlieren. Deshalb ergibt es Sinn regelmäßig zu schauen, wo du nachjustieren möchtest: 

❓ Sind es fachliche, persönliche, soziale oder methodische Kompetenzen? 

❓ Was brauchen meine Kund:innen und wie kann ich sie dabei (noch besser) unterstützen?

So sicherst du deine Wettbewerbsfähigkeit, hast höhere Verdienstmöglichkeiten, bist flexibler einsatzfähig, kannst dich an neue Gegebenheiten schnell anpassen, gewinnst an Selbstvertrauen und Kund:innen-Zufriedenheit. Und nicht zu vergessen: die Freude, wenn du etwas Neues lernst oder deine erlernten Fähigkeiten unter Beweis stellen kannst.

📌 Fazit: Fördere die Personalentwicklung und damit den Erfolg deines Unternehmens!

In einer Arbeitswelt, die sich ständig wandelt, wird Personalentwicklung zur Schlüsselressource. Unternehmen, die heute in ihre Mitarbeiter:innen investieren, sichern sich langfristig Produktivität, Motivation und Innovationskraft. Doch Personalentwicklung braucht Substanz: klare Ziele, passgenaue Maßnahmen, eine gelebte Lernkultur und Verantwortungsbewusstsein auf allen Ebenen.

Freelancer:innen profitieren ebenso von gezielter Weiterbildung – und tragen durch ihren Einsatz sogar zur Entwicklung anderer bei. Wer also heute in Personalentwicklung investiert, schafft nicht nur individuelle, sondern auch unternehmerische Zukunftssicherheit. 

Damit zurück zu der Frage „Personalentwicklung – zwingend notwendig oder leere Hülle“: auch wenn die Definition und Abgrenzung nicht immer klar ist, ist es sicher, dass Unternehmen im dynamischen und volatilen Markt nur langfristig erfolgreich sein werden, wenn sie ihr wertvollstes Gut im Unternehmen fördern, unterstützen und entwickeln: die Menschen.

Häufig gestellte Fragen

  • Was bedeutet Personalentwicklung?

    icon down

    Personalentwicklung umfasst alle Maßnahmen, die die Kompetenzen von Mitarbeitenden fördern. Ziel ist es, ihre Fähigkeiten an aktuelle und künftige Anforderungen anzupassen – fachlich, methodisch, sozial und persönlich.

  • Welche Maßnahmen und Instrumente gibt es bei der Personalentwicklung?

    icon down

    Von Trainings über Coaching, Mentoring, E-Learning bis hin zu Lernbudgets – die Auswahl ist groß. Entscheidend ist, dass die Maßnahmen zu den Mitarbeitenden passen und flexibel anwendbar sind.

  • Wieso ist Personalentwicklung für Unternehmen wichtig?

    icon down

    Weil motivierte und kompetente Mitarbeiter:innen den Unternehmenserfolg sichern. Sie sind produktiver, loyaler und innovativer – und damit ein echter Wettbewerbsvorteil.

  • Wie können Freelancer:innen Unternehmen bei der Personalentwicklung unterstützen?

    icon down

    Freelancer:innen bringen neue Impulse, Wissen und Methoden. Sie fördern durch Zusammenarbeit die Weiterentwicklung interner Teams – eine unterschätzte, aber wertvolle PE-Maßnahme.

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Trainerin, Coach & Beraterin

Leonie ist Wirtschaftspsychologin, die ihr Herzblut in sämtliche Themen der Personalentwicklung legt. So hat sie in verschiedenen Konzernen, wie Unilever und Lidl, die Mitarbeitenden begleitet, Lernkulturen aufgebaut und geformt und 2022 ein Inklusionsunternehmen geleitet. Die Entwicklung der Mitarbeitenden stand dabei stets im Mittelpunkt. Als selbständige, empathische Trainerin, Coach und Personalentwicklerin begleitet sie ihre Kund:innen in Transformationsprojekten, beim persönlichen Wachstum oder auch dabei, ein positives Mindset zu entwickeln.

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